Aktion neue Domorgel    
     
| Die alte Remter-Orgel

 Die alte Remter-Orgel

(erbaut 1949, seit 2007 im Orgelmuseum Valley)

Landeskirchenmusikdirektor Gerhard Bremsteller konzipierte in der schweren Nachkriegszeit für den Remter, dem bis 1955 einzig nutzbaren Gottesdienstraum am Dom, eine repräsentative Orgel und beauftragte die Orgelbauanstalt Alexander Schuke Potsdam. Eine dreimanualige Orgel mit 28 Registern wurde aus Platzgründen vor die Nordwand des Remters gebaut. Dies war nicht der akustisch und optisch günstigste Standort. In klanglicher Hinsicht wurden Bremstellers Wünsche nahezu uneingeschränkt erfüllt. Er äußerte sich sehr lobend und schätzte das Instrument insgesamt selbst „wohl als eines der besten und fortschrittlichsten, die wir in Deutschland haben“. Es war die größte neu gebaute Schleifladenorgel nach dem Krieg in Magdeburg.


Die alte Remter-Orgel


Die Disposition der Orgel ließ sie als neobarockes Instrument erscheinen, wobei die engen Labien und Kernspalten und die sehr hohen Aufschnitte der Principale dem Instrument einen undurchsichtigen unpräzisen Klang gaben, der sich weitab von dem übertrieben spitzen Klangbild bewegte, das andere Orgelbauer zu dieser Zeit bevorzugten. Sie konnte im strengen Sinne weder als Beispiel für die Ausführung aus der „Orgelbewegung“ stammender Grundsätze gelten, noch als echtes neubarockes Instrument.

Schon wenige Jahre später mussten Reparaturen und Veränderungen erfolgen, die sich wiederholten. Trotz allem wurde die Remter-Orgel bereits im Jahre 1988 unter Denkmalschutz gestellt. 1992 erhielt die Orgel eine teure Generalüberholung. Jedoch ließ ein neues Heizungssystem die Orgel austrocknen. Sie war zuletzt unspielbar. Eine neuerliche Reparatur hätte in einer unvertretbaren finanziellen Größenordnung gelegen. Die Gemeinde behalf sich bis zum Orgelneubau mit einem elektronischen Instrument.

Die jahrelange Diskussion zur Orgelsituation im Remter führte im Herbst 2007 zu einer Lösung: Die alte Remter-Orgel konnte dem Orgelmuseum in Valley/Oberbayern übergeben werden, so dass sie als historisches Zeugnis erhalten bleibt.